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24. Münchner Spielwies'n 2015

15.11.2015

München, Samstagmorgen, kurz nach halb zehn: ein knappes Dutzend neongrüner Gestalten blickt gespannt auf einige geschlossene Türen, durch die in wenigen Augenblicken schiere Menschenmassen „stürmen“ werden.

Nein, es handelt sich hier weder um eine Neuauflage der Knoppers-Werbung noch um eine Szene aus einem Action-Film mit kleinen grünen Aliens, sondern um die Beteiligung einiger Schachspieler aus den Bezirken München und Oberbayern an der „Spielwies’n 2015“.

Das ist eine seit 1991 jährlich stattfindende Messe für Brett- und Gesellschaftsspiele, die mit knapp 60.000 Besuchern zu einer der größten ihrer Art im deutschsprachigen Raum gehört.

In unseren neongrünen T-Shirts waren wir auch in der bunten Welt der Brettspiele ein ziemlicher Blickfang und haben brezengestärkt voller Vorfreude an unserem mit knapp 20 Brettern bestückten Stand auf die ersten Besucher gelauert, die wir mit dem hochansteckenden Schach-Virus infizieren konnten.

Um auch die weibliche Zielgruppe einer gewissen Altersklasse angemessen begeistern zu können, ist sogar an ein in pink und weiß gehaltenes Brett als Lockmittel („Oh, Mami, guck mal, da will ich hin!“) gedacht worden.

Zunächst haben sich nur vereinzelt Leute an den Stand getraut, aber sobald wir vier Bretter mit ein- und zweizügigen Mattkombinationen aufgebaut hatten, wurden mehr und mehr Leute von dem königlichen Spiel in dessen Bann gezogen und der Stand war fortan den ganzen Tag über gut mit Interessierten gefüllt.

Diese haben nebeneinander und gegeneinander gespielt, voneinander gelernt, und vor allem eines: miteinander Spaß gehabt - auch oder gerade weil die Regeln so manches Mal ein bisschen großzügig ausgelegt oder umgestaltet worden sind: Damen, die sich auch wie Springer bewegen dürfen, betrunkene Springer, die in einem 2-3-Muster durch die Gegend springen und Bauern, die gerade schlagen und schräg ziehen – warum auch nicht?

Besonders erfreulich waren die vielen kleinen Glücksmomente, die man beim Weitergeben der eigenen Begeisterung so erleben durfte – beispielsweise wenn die ersten Interessenten des Tages am Nachmittag mit Freunden noch mal vorbeigeschaut haben oder ein Kind seine Eltern anquengelt „Ich will aber noch hierbleiben!“.

Kinder, die Talente von morgen, waren überhaupt die Hauptzielgruppe der erklärerischen Bemühungen und die Flyer mit den Informationen zu den Münchner Schachvereinen und ihren Trainingszeiten wurden großzügig an die Eltern verteilt und dort begeistert angenommen.

Und nach sieben Stunden Regeln erklären, Tipps und Hilfestellungen zu den Mattaufgaben geben und mit den Besuchern herumscherzen war so manch einer auch ein bisschen heiser. Auch wenn es definitiv anstrengend war, so hat sich der Stand auf der „Spielwies’n 2015“ sicherlich bezahlt gemacht – sowohl was das Gewinnen neuer Interessenten als auch das Wiederentfachen der Begeisterung bei ehemaligen Vereinsspielern angeht – und kann deswegen als voller Erfolg gewertet werden.

 
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